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  string(8622) "Wiesbaden, 14. April 2024 – Für die Behandlung von Clostridioides difficile-Infektionen (CDI) gibt es in Deutschland eine neue S2k-Leitlinie.1 Einen Therapie-Algorithmus, der die aktualisierten Empfehlungen visualisiert, präsentierte Prof. Dr. med. Christoph Lübbert beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).2 Was die neuen CDI-Leitlinien für den Klinikalltag und die ambulante Praxis bedeuten, diskutierte er zudem mit PD Dr. med. Uta Kunter und Prof. Dr. med. Robert Ehehalt sowie den Teilnehmern eines von Tillotts unterstützen Symposiums.

Infektionen mit Clostridioides difficile (CDI) sind weiterhin eine große Bürde für Patienten, Behandler und das Gesundheitssystem.1 Sie sind eine der häufigsten Ursachen nosokomialer Diarrhö und werden zunehmend ambulant erworben.1 Insbesondere wiederkehrende Infektionen gehen mit hoher Morbidität und Mortalität einher.1 Um das Rezidivrisiko zu minimieren, kam es in den letzten Jahren bei der Revision nationaler und internationaler Leitlinien zu einem Paradigmenwechsel bei der spezifischen CDI-Therapie.1,3,4 Erste Wahl ist nun Fidaxomicin.1 Sofern keine relevanten Risikofaktoren für ein Rezidiv vorliegen, gilt Vancomycin als Alternative. Die Empfehlung für Metronidazol wurde deutlich eingeschränkt.1

Fidaxomicin ist Therapie der ersten Wahl

„Fidaxomicin wirkt sehr gezielt gegen C. difficile. Die Diversität der Darmmikrobiota bleibt weitgehend erhalten. So wird eine erneute Kolonisierung erschwert und die Selektion multiresistenter Bakterien reduziert“1, erklärte Prof. Dr. med. Christoph Lübbert, DTM&H, vom Universitätsklinikum Leipzig. Fidaxomicin (DIFICLIR®, 2 x 200 mg/Tag p.o. über 10 Tage) ist die Therapie der ersten Wahl, insbesondere wenn Risikofaktoren für ein Rezidiv vorliegen.1 Dazu zählen z.B. ein Alter über 65 Jahren, eine vorausgehende Hospitalisierung, eine nosokomial erworbene CDI oder ein Rezidiv in den letzten 3 Monaten.1 Auch die Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) wird als Risikofaktor diskutiert.1

Bei erhöhtem Risiko oder Vorliegen eines CDI-Rezidivs kann ergänzend zur Standardtherapie mit Fidaxomicin als Sekundärprophylaxe Bezlotoxumab (einmalig 10 mg/kg KG i.v.) gegeben werden.1 Trotz Zulassung wird der monoklonale Antikörper leider in Deutschland derzeit nicht vertrieben, ist aber über internationale Apotheken erhältlich.2 Alternativ bewährt sich laut Leitlinie die Einnahme von Fidaxomicin nach dem EXTEND-Schema (Tag 1-5: 2 x 200 mg/Tag, Tag 7-25: 1 x 200 mg alle 2 Tage).1 Bei wiederholtem CDI-Rezidiv kann zudem auf Basis eines individuellen Heilversuchs ein fäkaler Mikrobiomtransfer (FMT) erwogen werden.1

CDI in Klinik und Praxis

"Haupttreiber von CDI ist der Übergebrauch von Breitspektrum-Antibiotika, da diese die Diversität der Darm-Mikrobiota reduzieren. Besonders betroffen sind Menschen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz bzw. entsprechenden Komorbiditäten – ein Beispiel sind chronische Nierenerkrankungen. Hier ist die Diversität der Mikrobiota besonders gefährdet,1 weiß PD Dr. med. Uta Kunter von der Medizinischen Klinik II der RWTH Aachen. Bei nosokomialer Diarrhö sowie bei ambulanten Fällen mit akuter Diarrhö plus Risikofaktoren für eine CDI ist die Diagnostik frühzeitig durchzuführen.1 Liegt eine symptomatische CDI mit positivem Nachweis von C. difficile-Toxin vor, sollte in der Regel umgehend die spezifische CDI-Therapie eingeleitet werden.1

Aktuelle Daten deuten jedoch darauf hin, dass nur jeder dritte hospitalisierte Patient mit Diarrhö auf CDI getestet wird.1 Auch im ambulanten Bereich wird mit starker Unterdiagnose gerechnet.1 „Hier gibt es Verbesserungspotenzial“, so Prof. Dr. med. Robert Ehehalt von der Praxis für Gastroenterologie in Heidelberg. „Besonders bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist Sorgfalt angezeigt. Eine CDI kann deren Symptome verschlimmern und den Behandlungserfolg gefährden.5 Auch bei jüngeren CED-Patienten ohne Antibiotika- oder Krankenhaus-Vorgeschichte sollte stets geprüft werden, ob eine CDI am Entzündungsprozess beteiligt ist.5 Da eine CDI die Entzündungsaktivität negativ beeinflussen kann und daher CDI-Rezidive unbedingt zu vermeiden sind, erscheint für diese Patientengruppe Fidaxomicin ebenfalls die beste Wahl als Erstlinientherapie.“

 

Weitere Informationen: Lübbert C, Vehreschild MJGT, Vogelmann R. Management von Clostridioides difficile-Infektionen (CDI) – Update zur aktualisierten S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen. In: Therapie Report spezial, März 2024. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, pp1-16 plus Therapie Card. ISSN 2570-4591

 

Referenzen:

1 Manthey CF et al. S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Version 2.1 – November 2023. AWMF-Registernummer: 021 – 024.

2 Lübbert C, Vehreschild MJGT, Vogelmann R. Management von Clostridioides difficile-Infektionen (CDI) – Update zur aktualisierten S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen. In: Therapie Report spezial, März 2024. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart, pp1-16 plus Therapie Card. ISSN 2570-4591.

3 Johnson S et al. Clin Infect Dis 2021; 73: e1029-e1044.

4 Van Prehn J et al. Clin Microbiol Infect 2021; 27 (Suppl 2): S1-S21.

5 Sehgal K et al. Therap Adv Gastroenterol 2021; 14: 17562848211020285.

Abb. 1: Algorithmus zur spezifischen CDI-Therapie, erstellt nach Empfehlungen der aktualisierten S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen der DGVS.2 Grafik: Tillotts. Den Therapie Report spezial "Management von CDI" mit Therapie Card erhalten Sie hier."
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